BGH-Urteil zu SCHUFA-Positivdaten: Was du wissen musst

Das Wesentliche auf einen Blick



  • Der BGH erlaubt die Übermittlung bestimmter Positivdaten an die SCHUFA, zum Beispiel Vertragsabschluss und Vertragsende, zur Betrugsprävention

  • Ob diese Daten den Score beeinflussen, ist rechtlich noch offen, daher bleibt aktive Bonitätspflege entscheidend

  • Du hast nach DSGVO konkrete Rechte: Datenkopie, Korrektur, menschliche Score-Prüfung und Schadenersatz bei DSGVO-Verstößen

Der BGH erlaubt Unternehmen, bestimmte Positivdaten an die SCHUFA zu melden. Welche Daten betroffen sind, was es für deinen Score bedeutet und wie du deine Bonität aktiv steuerst.

Der BGH erlaubt Unternehmen, bestimmte Positivdaten an die SCHUFA zu melden. Welche Daten betroffen sind, was es für deinen Score bedeutet und wie du deine Bonität aktiv steuerst.

Was sind SCHUFA-Positivdaten?



Positivdaten sind Informationen, die keinen Zahlungsverzug oder andere negative Aspekte zeigen. Sie belegen nur, dass ein Vertrag besteht oder bestanden hat. Im Unterschied zu Negativdaten wie Mahnungen oder Inkasso-Verfahren wirken sie auf den ersten Blick harmlos.



Typische Positivdaten:



  • Abschluss eines Mobilfunkvertrags

  • Eröffnung eines Girokontos

  • Bestehen einer Kreditkarte

  • Kündigung oder Beendigung eines Vertrags



So unschuldig sie wirken: diese Daten zeigen, wie aktiv du am Wirtschaftsleben teilnimmst, und können in Kombination mit anderen Bonitätsdaten zu einem dichteren Profil über dich werden.

Das BGH-Urteil einfach erklärt



Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran haben, bestimmte Positivdaten an die SCHUFA zu melden. Der Hauptgrund: Betrugsprävention.



Hintergrund sind Betrugsmuster, in denen Täter mit gefälschten Identitäten oder mehreren Vertragsabschlüssen in kurzer Zeit Schaden anrichten. Wenn Unternehmen sehen, ob jemand gerade fünf Mobilfunkverträge in 14 Tagen eröffnet hat, lässt sich Identitätsdiebstahl früher erkennen.



Wichtig: Die Übermittlung ist nicht beliebig erlaubt. Die Daten müssen konkret zur Betrugsprävention beitragen und unterliegen weiterhin der DSGVO. Weitere Hintergründe zur DSGVO-Auseinandersetzung mit der SCHUFA findest du in unserem Beitrag zum SCHUFA-Scoring und der DSGVO.

Kredit trotz SCHUFA finanzieren

Welche Positivdaten dürfen übermittelt werden?



Es geht um grundlegende Vertragsdaten, nicht um sensible Inhalte. Konkret zulässig sind nach dem Urteil:



  • Identitätsdaten: Name, Geburtsdatum, Adresse zur eindeutigen Personenzuordnung.

  • Vertragsabschluss: dass ein Vertrag, etwa Mobilfunk oder Kreditkarte, eröffnet wurde.

  • Vertragsende: Beendigung oder Kündigung des Vertrags.



Nicht übermittelt werden dürfen ohne weiteres Zahlungs-Details, also wie viel oder wie pünktlich du gezahlt hast. Solange du deine Rechnungen ordnungsgemäß begleichst, bleibt dein Zahlungsverhalten draußen.

Beeinflussen Positivdaten deinen SCHUFA-Score?



Diese Frage hat das BGH-Urteil nicht beantwortet. Es entschied nur, dass die Daten übermittelt werden dürfen, nicht, ob die SCHUFA sie ins Scoring einrechnen darf. Das ist Gegenstand kommender Verfahren und vielleicht auch der neuen Score-Mechanik.



Was du jetzt schon weißt: Der neue SCHUFA-Score ab 2026 nutzt 12 klar definierte Kriterien, in denen Verträge eine Rolle spielen können. Die genaue Gewichtung der Positivdaten ist allerdings nicht abschließend geklärt. Eine ausführliche Übersicht der 12 Kriterien liest du in unserem Beitrag zum neuen SCHUFA-Score 2026. Bis Klarheit herrscht, bleibt aktive Bonitätspflege der wichtigste Hebel.

Bonität aktiv verbessern, unabhängig vom Urteil



Egal ob Positivdaten den Score beeinflussen oder nicht, deine Bonität kannst du jederzeit selbst stärken. Die wichtigsten Hebel:



  • Rechnungen pünktlich zahlen. Der mit Abstand größte Score-Faktor.

  • Konten und Karten überschaubar halten. Inaktive Konten als Risiko-Reserve vermeiden.

  • Wenige harte Kreditanfragen. Konditionenanfragen statt Kreditanfragen nutzen.

  • SCHUFA-Daten jährlich prüfen. Mindestens einmal pro Jahr die kostenlose Datenkopie ziehen.

  • Falsche Einträge korrigieren lassen. Recht auf Berichtigung nach Art. 16 DSGVO.



Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Beitrag zur Kreditwürdigkeit verbessern.

SCHUFA-neutrale Anfrage hier

Wie schützt du deine Daten vor Missbrauch?



Wo Positivdaten leichter übermittelt werden dürfen, wird der Schutz der digitalen Identität wichtiger. Mit einfachen Maßnahmen reduzierst du dein Risiko deutlich.



  • Keine Vertragsabschlüsse über unsichere Netzwerke. Öffentliches WLAN ist tabu für Online-Verträge.

  • Identitätsdiebstahl sofort bei der SCHUFA melden über das Online-Portal.

  • Sichere Zahlungsmethoden nutzen. Virtuelle Kreditkarten für Online-Shopping verringern das Risiko.

  • Vorsicht bei unrealistischen Angeboten. 70 Prozent unter Marktpreis ist meist eine Falle.

  • Daten regelmäßig prüfen. Wer früh erkennt, dass jemand auf seinen Namen Verträge abschließt, kann schneller handeln.

Was sich 2026 durch den neuen SCHUFA-Score ändert



Parallel zum BGH-Urteil reformiert die SCHUFA ihr Score-System grundlegend. Ab 2026 werden statt vielen versteckten Kriterien nur noch 12 klar definierte Faktoren bewertet, auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten.



Über den neuen SCHUFA-Account und ein Erklärtool kannst du nachvollziehen, wie deine Daten in den Score einfließen. Ob und wie die übermittelten Positivdaten in den neuen Score einbezogen werden, ist Teil dieser Transparenz-Offensive. Eine vollständige Übersicht der Reform liest du in unserem Ratgeber zu den SCHUFA-Änderungen seit 2024.

Wenn die SCHUFA aktuell Kredite blockiert



Wenn dein Score dich aktuell ausbremst, helfen klassische Filialbanken oft nicht weiter. Es gibt seriöse Alternativen, die deinen Score nicht weiter belasten.



Wir bei MyWage vermitteln den Florin+ Kleinkredit als Brückenfinanzierung. Der Kredit kommt von einer Partnerbank, MyWage selbst prüft nicht.



  • Flexible Summen: Beträge zwischen 100 und 1.500 Euro.

  • Kurze Laufzeit: 15 bis 60 Tage Rückzahlungsdauer.

  • SCHUFA-neutrale Anfrage: Die Konditionenanfrage belastet den Score nicht.

  • Auszahlung in ca. 5 Werktagen bei Zusage durch die Partnerbank.

Fazit: Mehr Daten, mehr Verantwortung



Das BGH-Urteil zu SCHUFA-Positivdaten macht klar: Unternehmen dürfen Vertragsdaten an die SCHUFA melden, um Betrug zu erschweren. Für dich heißt das aber keine automatische Score-Verschlechterung. Wie diese Daten in die Bewertung einfließen, ist offen und wird in den nächsten Verfahren geklärt.



Wichtig ist deshalb: Bleibe aktiv. Prüfe deine SCHUFA-Daten regelmäßig, korrigiere Fehler und arbeite an deinem Zahlungsverhalten. Wenn dein Score kurzfristig Kredite blockiert, ist ein SCHUFA-neutraler Kleinkredit eine seriöse Brücke, die dir Zeit für Score-Verbesserung gibt.

Die wichtigsten Antworten auf den Punkt gebracht

Die wichtigsten Antworten auf den Punkt gebracht

Welche Daten dürfen laut BGH-Urteil an die SCHUFA übermittelt werden?

Verschlechtern Positivdaten meinen SCHUFA-Score?

Welche Rechte habe ich nach der DSGVO im Umgang mit SCHUFA-Daten?

Wie schütze ich mich vor Identitätsdiebstahl bei Vertragsabschlüssen?

Was kann ich tun, wenn mein SCHUFA-Score aktuell Kredite blockiert?

Identitäts-Daten regelmäßig prüfen

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© 2026 MyWage GmbH. All rights reserved.

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